21.08.2016

Der kanadische Jetlag treibt mich früh aus den Federn und jetzt kann ich mich mal um ein paar Seitenupdates kümmern.

Gestern habe ich gedacht, schnell noch einen kleinen Laptop zu kaufen, damit ich Inhalte für diesen Blog besser verwalten kann als über das blöde Smartphone. Eben habe ich aber entdeckt, dass meine Kamera und mein Handy kommunizieren können und ich also Bilder direkt übertragen kann. Das heißt es wird beim Norwegen-Blog mehr Bilder geben, das Netz scheint in Schweden ja auch besser zu sein als in der kanadischen Wildnis...

29.08.2016

Uli hat mich in aller Frühe zum Flughafen gebracht und wie das immer so bei Reisen ist bin ich zwiegespalten: einerseits freue ich mich über die bevorstehende Verpflichtungslose Zeit, in der ich nur für mich selbst verantwortlich bin und der Routine den Rücken kehre. Andererseits denke ich auch: Was für eine bescheuerte Ideen, 5 Wochen der Familie fernzubleiben. Aber die Neugier überwiegt, und ich muss schon ziemlich grinsen, als die Dame beim Check-In fragt: "Wohin wollen Sie denn mit dem großen Fernseher"? Um 22 Uhr komme ich heute Abend in Honningsvag an, baue mein Fahrrad zusammen und es geht los.. Ich freue mich wahnsinnig, auch wenn der Temperaturunterschied 25 Grad beträgt...
30.08.2016
Der Beginn meiner Reise verzögert sich wohl und ich muss zum Nordkap trampen, weil mein Fahrrad noch in Düsseldorf ist.😡😡😡 Oder sonst wo. Sehr ärgerlich. Jetzt bin ich in Honningsvag und gehe mal in die Stadt um einzukaufen...
Nach 10 Minuten einen tollen Lift von der Sorte:" Da muss ich eigentlich nicht hin aber ich bringe dich!" zum Nordkap bekommen..
Morgen kommt hoffentlich mein Rad! Aber auch ohne war der Tag nicht ereignislos: Die netten Menschen, die mich mit zum Nordkap genommen haben retteten meinen ersten Tsg nördlich des Polarkreises..
Die erste Mitfahrgelegenheit erzählte, dass im Winter viele Japaner herkommen und des nachts auf Nordlichttour gehen. Ich habe ihr empfohlen, ein Hotel mit Glasdach zu bauen. Ich solle in 5 Jahren mal wieder kommen: wenn das Konzept aufgeht bekomme ich eine umsonst Übernachtung.
Folge 1: norwegisches Wort des Tages: hallomann. Heißt "Ansager"😂 "busemann" heißt hingegen Popel. Ja, die Norweger.
Das Bier kostet 8,50€, schmeckt aber nur, weil im Hintergrund Rockabilly läuft. Nächste Woche spielen die "fat Rats", ich glaube ich komme noch mal wieder.
Habe das für meinen Freund Jens fotografiert.
Erster richtiger Radtag
31.08.2016
Um 11.48 Uhr konnte ich endlich mein Rad in die Arme schließen! Zusammenbauen, Taschen holen und endlich los!!! Was hab ich mich gefreut. Wenn man die Schilder so liest und denkt: Olderfjord,97 km, da fahre ich mal hin, Pustekuchen. Die Norweger haben zu diesem Zwecke Berge gebaut und Tunnel. Der erste war 4,5 km lang, der zweite knapp 7 km. Da fährt man in den dunklen Schlund bei 10% Gefälle und freut sich, keinen Gegenwind zu haben, und dann muss man 3 km mit 10% wieder rauf. Und die Geräusche, die herannahende Autos machten really scared the shit out of me.
Die netten Norweger hielten mir die Daumen hoch bzw. erklärten mir bei heruntergelassenen Fenster, dass dies ein sehr starker Gegenwind sei. Das ist gut, dann scheint es hier ja nicht oft Gegenwind zu geben.
Bei dem Schnitt bin ich dann rechtzeitig zu Nikolaus da. Aber Pläne sind ja immer dazu da, geändert zu werden. Und lieber ein lebendiger Esel als ein toter Löwe.
58 km in 5 Stunden, 858 Höhenmeter rauf.
Jetzt in einer cabin untergekommen, gerade als ich umgepustet wurde kam das Schild.. Warmduscher, ts.
Ach so, Wort des Tages:
Furukongle. Klar! Kiefernzapfen.

01.09.2016
Um 7 Uhr war ich mit meinem Gefährt schon auf der Piste, weil ich dachte, dass ich dann früher als der Wind bin. Gickste mal, hat geklappt! Eine leichte Brise wehte von vorn aber der Regen war leider früher aufgestanden als ich. Um 10.30 hatte ich meine ersten 50 km auf dem Tacho. Ich hielt am nächstbesten Campingplatz an und nutzte den Trockner sowie die gemütliche camingküxhe. Nach 1 Stunde Pause und heißer Suppe aus der thermoskanne waren die Sachen trocken und ich hatte Netten Kontakt mit einer deutschen Radlerin und einem Schotten! Ein Franzose kam mir entgegen der seit 8 Monaten unterwegs ist, ein sehr fröhlicher und aufgeschlossener Mensch . Nach 65 km ließ sich dann die Sonne blicken und jetzt habe ich free coffee und WLAN in einem coop. Da bin ich erst mal für 15 Minuten tief und fest eingepennt.😳
Bis lakselv habe ich es noch gemacht und sogar noch einmal Wale und einen tollen Regenbogen gesehen.
115 km bei 484 Höhenmetern, yeah😜
Das untere Bild zeigt Bast, den die Rentiere am Asphalt abschaben.
02.09.2016
Um 7.20 Uhr ging es von lakselv mit meinem Lastenrad los! Slow and steady, würde ich mal sagen. Aber die Entschädigung für die ständigen Anstiege waren die unglaublichen Farben der Bäume, die sich so langsam zu verfärben beginnen und die surreale Landschaft des oberen Lakselv. Ich habe mit eigenen Augen einen Angler dabei beobachtet, wie er mal eben 25!! Forellen und saiblinge saubermachte, Maße zwischen 35 und 50 cm!!! Er meinte er müsste hinterher abbrechen weil er nicht mehr tragen konnte! Habe diese Region schon meinem Pap dem Meisterangler empfohlen.
Als Pausenmahlzeit hat sich mittlerweile Schokolade mit Krümeln von Dülkener Schwarzbrot der Traditionsbäckerei Rongelraths etabliert; es gibt nichts besseres! Und dazu aus der thermoskanne aufgeschüttet 2min Noodles!
Kurz vor der ersten Stadt traf ich Oliver, der mit seinem Rad nun zum 3. Mal zum Nordkap rauf- und diesmal auch runter fahren wird! Er meinte der September sei der schönste Monat zum Radfahren in Schweden. Da müsste ich in 2-3 Tagen auch ankommen. In der Stadt karasjok habe ich mir Joghurt und Paprika gekauft und bin noch 10 km aus der Stadt geradelt. Es machte sich schon arg dunkel als ein kleiner Rastplatz mit Wanderweg und überdachter Feuerhütte meinen heutigen Radtag zwar früh, aber trocken und mit Feuerchen beendete.
88 km, 503 Hm
03.09.2016
Musste erst mal den Raureif vom Zelt kratzen, es hat gefroren! Strahlender Sonnenschein ließ alles in einem goldenen Licht erscheinen, dazu der Zitronig-moosige Geruch der feuchten Hochwiesen-its Lyrik-time, Baby!! Nach 2 km lief mir ein richtig großer Fuchs davon, tolles Tier! 
Die Norweger sind gerade mit Quads und riesigen Anhängern auf Elchjagd, muss man glaube ich nicht verstehen....
Zwischendurch war ich mal ganz schön kaputt, da habe ich meinen Grünen mal ein bisschen bergauf geschoben, aber nach 9 Stunden im Sattel, 587Hm und 120 km bin ich glücklich und zufrieden in Kautokeino angekommen. Der Campingplatz ist kacke, aber ich brauche mal eine heiße Dusche...
Auf so einer Reise lernt man sich selbst ja immer neu kennen: ich habe gemerkt, dass ich die Kälte nicht mehr abkann...😂
04.09.2016
Gestern Abend gab es in Kautokeino auf dem Campingplatz noch eine interessante Runde im Sami-Zelt. Bei Feuer und Kaffee erzählte eine junge Dame 😜etwas über die Kultur der sami und wollte mir etwas sämisch beibringen. Keine Chance. Hat sich bei mir eher angehört als hätte ich mich am Rührei verschluckt.
In der Nacht fing es ordentlich an zu regnen und der Wind frischte auf. Alles Cycler-No-Goes. Aber so lange ich mich auch drückte, es wurde nicht besser. Also die letzten Postkarten eingeworfen und rauf auf den Bock. Regen und Gegenwind und bergauf: was will man mehr. Die Menschen in den Wohnmobilen fuhren extra langsam an mir vorbei um mit iPads Fotos zu machen: Was für ein bescheuerter Typ. Aber von dieser Sorte gibt es hier so einige: Der eindrucksvollste unter ihnen war der junge Niederländer Stewart, der zu Fuß von Hamburg aus mit 40€ in der Tasche gestartet ist und noch bis zum Nordkap will! In den 4 Monaten seiner Reise lebt er vom flaschenpfand. Seine Worte haben mich sehr beeindruckt: I suppose I can handle shit! Vor so einem werfe ich mich auf die Knie, dagegen bin ich mit meinem Outdoor Kram ein Zirkusäffchen mit Schleife. Der schob seine ganze Habe seit 3500 km auf einem Kinderwagen vor sich her! Und er war nur einer von einigen Jungs und Mädchen, die nach dem Abi der Wirtschaft den Mittelfinger zeigten und etwas sinnvolles machen! Wäre ich Boss: Solche Leute würde ich einstellen!! 
Bald war die Grenze zu Finnland überquert und ich hatte von einigen Reisenden schon die Burger eines Kaffees mitten in der Einöde schmackhaft gemacht bekommen. Also erste Pause nach 65 km und 5 Stunden fahrt redlich verdient. Lecker!!
Nun bin ich nach gut 7 Stunden in Enontekiö angekommen und habe für 17 € eine kleine Hütte genommen um meine Sachen zu trocknen! Morgen gehts nach Schweden! 
78,28 km ,619 Höhenmeter 
Weil ich ja nun mal gerne Pläne mache und ohnehin ja viel Zeit habe, habe ich meine bisherigen Absichten der Realität angepasst 😂. 
Ich bleibe zunächst in Finnland und fahre bis Pello. Dort werde ich auf den Fahrradweg Sverigeleden fahren und diesem dann folgen.
Definitiv werde ich meinen Geburtstag bei Alex feiern und 3 Tage Urlaub machen. Und wenn ich dann wetter-oder bockbedingt noch zu weit im Norden sein sollte, nehme ich den Bus. Dann nach Göteborg, Fähre nach Kiel und ab nach Hause. Ganz Südschweden werde ich irgendwann anders mal machen, sonst kommt das mit meinen 5 Wochen vorne und hinten nicht hin,; Kilometer sind es auch so genug und für Stress und Zeitdruck bin ich zu alt.🎸🍷🙏🏽
Finnischkurs Teil 1.
Soudatinpussi sind, na? Weiß mans? Richtig! Filtertüten!
05.09.2016
Enontekiö- irgendwo vor Kolari
Heute war tollstes Wetter, Sonnenschein und Rückenwind bei 100 von insgesamt 123 km und 348 HM. Habe heute einige überflüssige Sachen nach Hause geschickt: Die Hängematte werde ich wohl nicht brauchen.
Die Straßen hier in Finnland sind super, und obwohl ich auf der E8 fahre, hält sich der Verkehr in Grenzen. Ein paar Reiseradler sind mir Entgegenkommen, einer davon war 74 Jahre alt! Er macht die Tour schon zum wiederholten Male. 
Die Route geht weiter am Tournio Fluss entlang, darauf konnte ich heute Rafting Boote beobachten. Habe dann noch 1 Stunde mit Beke telefoniert, das war schon bizarr: man fährt durch Lappland und kann bei Tempo 18 mit den Lieben sprechen.
Nun habe ich mich in die Büsche geschlagen und will morgen auf den Sverigeleden bei Pello kommen.
06.09.2016
In der Nacht waren es -5 Grad, morgens war alles gefroren, auch Käse und Trinkwasser. Aber kein Problem, in der thermoskanne war noch ein bisschen. Zunächst führte der Weg weiter auf der wenig befahrenen E8 und zweigte nach 29 km so ab, dass er die ganze Zeit am Tornio Fluss langführte. Ein toller Weg, wenig Höhenmeter und ich kam vor lauter Staunen gar nicht zum Rad fahren. Der Gegenwind machte die Fahrt trotzdem anstrengend. Nach 111 (Dülkener Zahl!) km sitze ich in Schweden in einer öffentlichen hübschen Hütte in der Nähe des Flusses, das Feuer brennt weil Brennholz vorhanden ist und selbst wenn es gleich regnet kanns mir auch egal sein. Life is good.
111km, 259 Höhenmeter 
07.09.2016
Ist zwar noch früh am Tage, aber im Coop habe ich wifi. Also: Hurra! Habe den Polarkreis überquert und bin nun nicht mehr in der Arktis! Hab erst mal die Jacke aufgemacht und die Sonnenbrille angezogen;) Heute führt die Route von Pello bis Hedenäset. Hier werde ich erstmal von einem Fetten Gewitter überrascht. Also flüchte ich ins Kaffee. Und weil es nach 2 Stunden immer noch nicht besser wird, bleibe ich einfach hier und ruhe mich nach 72 Kilometern mal aus. Ofen an, Mittagsschlaf, fühlt sich wie Urlaub an.😊
Nach 3 Tagen ne Dusche ist auch nicht zu verachten.
08.09.2016
Heute morgen habe ich mir um 5.30 Uhr noch mal den schönen Ofen angemacht,  und gegen 7.20 Uhr war ich wie meistens startklar. Der Himmel war zwar noch sehr verhangen aber irgendwie lief das Radfahren wie geölt. Durch dichten Wald, viele Hochmoore zuerst nach Kalix. Da standen um 11 Uhr schon 63 km auf der Uhr. Eine andere Reisende, die ich zu Beginn kennengelernt habe hatte mir erzählt, dass es zwei schwedische Langstreckenwege gibt: Einmal den Sverigeleden, den ich fahren will und den Cyclesporet. Beide sind ganz gut gekennzeichnet, also habe ich mich in Kalix entschieden, zuerst bis pitea den Cyclesporet zu fahren. Gibt ja keine Gegenstimmen. Und das ist für mich ein wenig der Wehrmutstropfen dieser Reise: man ist fast immer alleine und trifft spätestens ab hier keine anderen Reisenden mehr, denn dafür ist es zu spät im Jahr. Da kommt der Austausch viel zu kurz. Meine bisherigen Reisen waren ja immer mit Partnern, bzw. man ist auf einem Weg gewandert und hat sich abends getroffen. Hier fährt naturgemäß jeder seinen eigenen Weg und sein eigenes Tempo, einen abendlichen Treffpunkt gibt es nicht. Hätte ich von mir selbst nicht gedacht, dass ich so ein soziales Wesen bin. Hinzu kommt, dass mir meine Familie sehr fehlt, hab ja genug Zeit nachzudenken. Gerade nach 5 Wochen gemeinsamer intensiver Zeit in Kanada.
Das hat mich richtig motiviert in die Pedalen zu treten: 155km, 489 Höhenmeter. Für die Ststistiker: meinen ziemlich optimistisch angepeilten Durchschnitt von 100 km am Tag habe ich tatsächlich erreicht, 9 Tage, 900 km , morgen will ich meine erste 1000 km vollmachen.
Ach, ganz vergessen: Hatte ja doch sozialen Kontakt: ich habe ein Jobangebot bekommen! Die nette Dame im Kaffee hatte einen pizzaofen da stehen und wusste nicht, wie der funktioniert. Ich habe ihr von unserem Ofen erzählt und sie meinte, okay, dann komm doch einfach im nächsten Sommer hier arbeiten! Muss ich noch mit uli besprechen!😜
Das Pferdebild ist für Beke, die Tabletten gegen Islamophobie bekommt man hier wohl in der Apotheke 👍
09.09.2016
Lulea-pitea
Nachdem ich alle Nacktschnecken von unserem Domizil entfernt hatte ging es um 7.20 Uhr wieder los! Die Fahrt durch Luleå hat nicht so viel Spaß gemacht, aber dann hatte ich mit Ulla gemeinsam Telefon-Geburtstags-Frühstück am Flughafen. 
Leider war es ein bisschen kalt, also aufwärmen mit Kurbeln. Ziel heute war Piteå, auf dem Straßenschild waren 53 km ausgeschildert, auf dem Cycelsporet und dem Sverigeleden sind 88km draus geworden, bei 259 Höhenmetern.
Gestern noch bemängelt, heute passiert doch mal wieder was: Habe tatsächlich einen anderen Reisenden getroffen! Mit Lars, der in Norddeutschland gestartet ist habe ich eine halbe Stunde gequatscht, dann würde es ein bisschen kalt. Er fragt oft bei Schweden an, ob er auf den oft großen Grundstücken nächtigen darf. Hat wohl gute Erfahrungen gemacht und manchmal sogar noch Essen bekommen! Muss ich auch mal ausprobieren!
Heute habe ich meine ersten 1000 km geschafft! Bei 2008 gestartet, jetzt sind es 3008! 
Nun sitze ich auf einem geschlossenen Campingplatz, die Dusche geht wohl noch, und die Küchentür war auf: zwar ein Kabuff von 1,5 Quadratmetern, aber trocken! Mache jetzt Tee und trinke für euch Hitzegeplagten einen mit!
10.09.2016
Pitea bis Boliden
BurnOut kann jeden jederzeit treffen, egal in welcher Situation er oder sie sich befindet. Besonders aber sind die jungen Schweden von Freitag Abend bis Samstag morgen betroffen. Dann werden alle verfügbaren Schrottkarren in Piteå mobilisiert und 2,3t Gummi in den Asphalt eingewirkt. Es ergeben sich beeindruckende und abwechslungsreiche Kunstwerke, die alle Radfahrer erfreuen. Heute war der Weg von einem stetigen Auf und Ab geprägt, immer schön durch Wälder mit meinen Lieblingsbäumen: Kiefern! Es gibt kaum einen schöneren Geruch. Der Sverigeleden ist wirklich prima ausgeschildert, man muss aber wachsam sein, nicht auf irgendwelche komischen Umwege hereinzufallen, die nach 8 km wieder auf der Ausgangsstrasse auskommen. Professor Van Dusen hat mich heute begleitet, ich frage mich immer noch, warum niemand auf die Idee gekommen ist, diese tollen Kriminalhörspiele zu verfilmen. Bergauf eignen sich Me first and the Gimme Gimmes besonders gut, ist genau meine Schlagzahl. In Boliden, der Goldschürfer-Hauptstadt habe ich noch ein paar Vorräte besorgt und einen halben Hahn aus der Fleischtheke mitgenommen. Und einige Postkarten habe ich auch noch eingeworfen. Nun sitze ich nach 101,1 km und 489 Höhenmetern in Finnfors an einem Wasserkraftwerk, da gibt es einen schönen großen Unterstand. Wasser habe ich von einem alten Ehepaar bekommen, das sehr nett war und hier nebenan wohnt. Meinen schlimmen Anfall von Heimweh von gestern habe ich also überwunden, und es bewahrheitet sich wieder einmal: Kluge Menschen machen sich vorher Gedanken, die anderen wie ich lernen durch Erfahrung;)
11.09.2016
Nichts. Das schreibt Heinz Strunk in seiner "Intimschatulle" (TITANIC), wenn er einen ereignislosen Tag erlebt hat. Das schreibe ich nicht, denn aufgrund des Nebels konnte ich heute morgen nur meine Fußspitze sehen, und sonst: Nichts!
Es ging ganz gut bergauf zu Beginn, durch den nebligen Wald, und links und rechts der Straße saßen Elchjäger mit ihren Flinten im anschlag auf Miniansitzen. Recht gruselig, ich habe immer gehofft, dass die mich nicht verwechseln.. Einige Kilometer weiter habe ich dann tatsächlich meine erste schwedische Elchkuh gesehen. Ehe ich meine Kamera in der Hand hatte war sie aber leider auch schon wieder weg. Ich sollte noch 3 weitere Elche sehen: Die lagen allerdings tot in Hängern und fuhren an mir vorbei. Schade um die schönen Tiere. Es gibt 330000 Elche in Schweden und jedes Jahr werden 100000 ?!?geschossen, habe ich erfahren.
Gegen Mittag kam ich in Norsjö an und hielt bei einer Burgerbude. Der nette Mensch gab mir eine riesige Portion zum kleinen Preis und schenkte mir noch eine große Flasche Wasser. Hat mich sehr gefreut. Auf dem Weg aus Norsjö kam ich an einer Stabkirche vorbei, ein wunderschönes Gebäude und ich bin direkt mal reingegangen. Sofort wurde ich warmherzig empfangen, eine Atmosphäre wie die Kaffestunde nach Bodos Gottesdiensten. Ich bekam direkt eine Tasse Kaffee und Zimtschnecken in die Hand gedrückt und die Organistin nahm sich meiner in schwedischenglisch an. Sie fragte mich unter anderem, warum ich meine Reise mache...Es wurde ein sehr intensives Gespräch.
Nach einer Weile ging es wieder rauf auf den Bock und bei zunächst Rücken-, dann heftigem Gegenwind und viel Regen ging es dank Rancid, Skatalites, SkaP, Jimmy Cliff und einigen anderen motiviert nach Lycksele im Jämtland. Pünktlich zur Ankunft nach 125 km und 345 Höhenmetern kam die Sonne raus und ich kann an einem wunderschönen  Badestrand mit Toilette meine Sachen trocknen.
12.09.2016
Nach einer kleinen Körperkonferenz einiger am velocipedieren beteiligten Gliedmaße, insbesondere seien hier linker Arm (Sehnenscheide) und rechtes Knie (Ziepen) genannt, die circa 20 km dauerte,konnte eine Einigung herbeigeführt werden, die das Gelingen des "Großen Ganzen " nicht mehr in Frage stellte und sogar ein befriedigendes Gesamtresultat nach sich zog. Sprich: Holpriger Start,hinterher lief et wie am Schnürcken. Das Wetter warm und bombastisch schön, aber so ein Radfahrer hat doch immer zu meckern, wenn der Wind aus der falschen Richtung kommt. Auch wenn es manchmal nurmit 7 km/h die Berge rauf ging und ich bei der Abfahrt strampeln musste, habe ich die Sonne richtig genossen und mir eine leckere britische Rotfärbung eingefangen;)
Habe wieder viel fotografiert, und in Åsele, meinem Endpunkt für heute, habe ich dies eine tolle Kunstwerk entdeckt. Unter allen netten Menschen, die mir einen schönen Namen dafür ins Gästebuch schreiben, verlose ich ein Mitbringsel aus Schweden (kein Knäckebrot). Das Kunstwerk ist rechts neben dem Pizzakunstwerk.
95km, 497 Höhenmeter 
13.08.2016
Wenn man hier einen Hund hört, sollte man sich einen Stock greifen. Schon 2x habe ich blöde Köter an meinen Waden gehabt und konnte sie nur durch Geschwindigkeit abschütteln. Diesmal allerdings entpuppte sich das dumme Vieh jedoch nur als geschickt arrangierte Plastik...
Tollstes Radwetter, Reggae in den Ohren und sogar im TSHIRT konnte ich fahren. In der Pause lag ich in der Sonne auf einem Stein und unterhielt mich länger mit einer Schwedin, die ebenfalls dort rastete. 
Die Wege und Straßen des Sverigeleden waren heute ausnahmslos toll, viel Einsamkeit und Stille, die ich jetzt auch genießen kann. Der Campground in Ramsele hat zwar zu, aber ich habe mich hier trotzdem niedergelassen und genieße die Sonne! Der Rest der Woche soll auch noch schön werden!!!
105 km, angenehme 202 Höhenmeter 
...beruhigend zu wissen, ist nicht mehr weit.
14.09.2016
Motiviert bis in die Fußnägel fuhr ich um 7.20 Uhr in dicker Nebelsuppe los, meinem heutigen Ziel, Viksjö, in 110 km Entfernung entgegen. Über 500 Höhenmeter galt es wieder zu überwinden, was konkret bedeutet: Immer wenn man einen Berg herunter fahren darf, geht es auf der anderen Seite bergauf. Doch in der dicken Nebelplörre machten mir trotz warnweste die Holztransporter und die in netter Kontinuität heranrauschenden Campingmobile große Sorge. Die Strecke war wirklich stark befahren so kurz vor Sundsvall und verhagelte mir trotz stellenweise spektakulärer Aussicht etwas die Stimmung, weil mich einer der Campingidioten um ein Haar streifte. 
Zwischenzeitlich stand Nachdenken und HarryPotter6 Hörspiel auf dem Programm. Mir ist aufgefallen, dass die Schweden unheimliche Werte in ihrem hektargrossen Vorgarten haben. Radlader, Bagger, Quads, alle alten und ausrangierten Autos bis hin zum Heckflügelmercedes und den begehrten LandCruisern1. Wer hier mal mit einem großen LKW-Anhänger hinfährt und einige Schätzchen aus überwucherten Gärten befreit, kann ein Vermögen machen!! Freiwillige???
Nach über 7 Stunden im Sattel kam ich in Viksjö an, und dort stand abfahrbereit ein Bus. Ich fragte, wohin er denn wohl fahren wolle? Sundsvall! War die Antwort. Also Fahrrad und Zeugs rein, alles in einer Sekunde entschieden, und ich habe es nicht bereut. Die Strecke von 50 km bis Sundsvall, die ich mir dadurch Sparte, war richtig scheisse zu fahren, mit E14-Abschnitten und Industriegebieten. Also die beste Entscheidung, zumal mir der nette Busfahrer einen kostenlosen Lift gab! Hurra! Ein nettes preiswertes Hostel war auch um die Ecke, habe mit Frühstück um 9 Uhr morgen gebucht und sitze nun beim Asiaten nach einem leckeren Gemüsegericht und trinke Bier. Life=Good.

15.09.2016
Fühlt sich glatt wie Urlaub an! Bis 7.30 Uhr schlafen, runter zum Frühstück und mit gefühlten 2 Litern Café intus um 10 Uhr losfahren. Ruckzuck war ich raus aus Sundsvall, und nach 10 Kilometern lief mir schon der erste Fuchs über den Weg.
Der Weg ging auf und ab, und gerade bergauf fand ich es schön, zwischendurch mal mit Freunden und Familie zu telefonieren, dann sind die Berge nicht so anstrengend. 
Tollster Sonnenschein, also kurze Hose und T-Shirt an und zwischendurch die weißen Batikmuster auf meinem schwarzen Shirt bewundern.
Durch viele kleine Dörfer führte der Weg, und wenn in den kleinen Dörfern völlig ab vom Allgemeinen Geschehen große Gebäude leer gestanden hatten , wohnten nun Geflüchtete darin. Ich hoffe für die schwedische Gesellschaft und für die Menschen, die so viel hinter sich haben, dass auch so eine richtige Integration funktionieren kann und die Leute gut miteinander auskommen. Leider habe ich mich aber oft auch fragen müssen: Wie soll man sich hier auf dem Lande irgendwie eine funktionierende Existenz aufbauen können? Sorry, wollte nicht zu politisch werden, aber die Fragen drängen sich einem förmlich auf.
Schlag 100 km und 749 Höhenmeter kam ich in Delsbo an, der Weg war wirklich toll heute und ich musste nicht ständig Angst haben, von rollenden Bettenbunkern geplättet zu werden wie Fuchs, Dachs, Natter und die flache Ratte von Funny van Dannen.
Campground, Dusche, trallala.
16.09.2016
Der Nebel hat sich noch nicht gelichtet und gibt so über den vielen Seen liegend endlich mal andere Fotomotive ab als mein Zelt, mein Fahrrad und meine Visage. Zweimal wäre ich heute fast vomRadgefallen, weil ich wegen lohnender Fotomotive eine Vollbremsung gemacht habe, dabei jedoch vergaß, dass ich Klickpedale habe.
Beim ersten Mal war es ein umwerfendes Landschaftsmotiv, beim nächsten Mal eine Kleine schwarze Schlange, die ich sonst übergemöllert hätte. Wieder zu spät den Fotoapparat rausbekommen, beim Toten Dachs hingegen konnte ich mir Zeit lassen.
Zum Mittagessen gab es einen leckeren Salat, und eigentlich wollte ich heute richtig weit fahren, wäre ich nach 86km und Schlag 500 Höhenmetern da nicht am Hotel Continental vorbei gekommen. Ein einfaches, liebevoll eingerichtetes Blockhaus 120 km vor Falun. Zum Glück bin ich flexibel, und da ich Blockhütten so toll finde und die hier etwas ganz besonderes ist, bleibe ich einfach hier, mach mir ein Feuerken an und lass den lieben Gott einen guten Mann sein. Morgen kann ich immer noch viel Rad fahren. Da werde ich etwas früher aufbrechen und in Falun bleiben. Denn von hier kommt die Falun Rödfärv, die Farbe, die den schwedischen Häusern den markanten Rotton verleiht.
17.09.2016
Hotel Continental für umme-was will man mehr? Nach 108km und 728 Höhenmetern sitze ich jetzt in Falun im Vandrerhejm und freue mich auf eine heiße Dusche. Heute war es ziemlich frisch, aber das war bei den ganzen Anstiegen auch gut so. Durch Wälder, vorbei an den großen Rasengrundstücken der Schweden, die von Rasenmäherrobotern permanent kurz gehalten werden. Bergauf, bergab, fühlt sich aber gut an. Mit 7 kmh rauf, mit 55 auf der anderen seite runter, so bleibt der Schnitt von 15 km Pro Stunde.
Ich sah ein Rehlein, einen Grünspecht, mehrere dieser großen weißen Nils Holgersson Gänse, die immer zu zweit auf einem See schwimmen. Frassspuren vom Biber hab ich vergessen zu fotografieren, und der Biber war zu weit weg. Habe mir köstliches Wasser von einer Quelle abgezapft.
Mein Eindruck von Falun ist ein dreigeteilter: Zunächst dominiert die riesige Skisprungschanze den Nordteil der Stadt, das Zentrum ähnelt Bad Salzuflen und wenn man dahin fährt, wo das Vandrerhejm ist, denkt man unwillkürlich an juckenden Hautausschlag und Essen Cray ob der großen Blondiertendichte.  Naja, morgen fahre ich ja weiter Richtung Süden...
18.09.2016
Da ich kein Mann der Stadt bin, kam es mir nur gelegen, dass der Sverigeleden schnell und unkompliziert aus der Kupferstadt Falun herausführte. Ich war für meine Verhältnisse relativ spät dran, da ich das Frühstück im Vandrerhejm noch mitgenommen habe und so radelte ich erst um 9 Uhr an Seen entlang und durch Wälder hindurch. Auch auf dieser Etappe bewahrheitet sich wieder, was mir ein anderer Schwedenradler mal erzählte: Im Schnitt hat man täglich um die 500 Höhenmeter (528 heute) , die man am Tag einkalkulieren sollte. 
Kurze Zwischennotiz: Wer sich mit dem Gedanken trägt, in Schweden ein Ferienhaus zu kaufen: Gerade im Norden stehen hunderte leer. Die Schweden machen das mit ihren Ferienhäusern aber so, dass sie einen Wohnwagen mit sich führen, in dem sie offenbar wohnen, während sie in der Zwischenzeit das selten genutzte Haus in Schuss bringt. Am Wochenende bemerkt der aufmerksame Reisende eine stete Zunahme der Anhängerdichte; die sind mit allerlei Plunder beladen, der von/zu den Ferienhäusern transportiert wird. 
In Smedjebacken machte ich eine verspätete Mittagspause mit Hamburger und Kaffee satt, und dann dachte ich mir, dass ich die restlichen 37 km ja mal wild durch den Wald fahren könnte. Es ging schottrig ziemlich steil rauf, aber die plackerei war es auf jeden Fall wert. Auch wenn mir fast alles aus meiner Lenkertasche gehüpft ist, die Aussicht und die einsame Landschaft macht das allemale wett. Und dann fand ich genau bei km 100 einen wunderschönen Platz an einem See mit Sandstrand, Feuerstelle, Holz satt. Ich habe mich an Blaubeeren satt gegessen und hinter mir klopft der Specht im Gehölz. Was will ich mehr? Ooch, vielleicht kaltes Bier, denn morgen fahre ich meinen 2000. km in 20 Radtagen und komme bei Alex an, der schon welches kaltgestellt hat.
19.09.2016
Hach, so ein schöner Tag! Ich weiß ja nicht, ob jemand das Gefühl kennt: Man erlebt etwas und ist im gleichen Moment wehmütig, dass es wieder vorbei ist. Es war sehr intensiv, den ersten Liter Kaffee an eine Kiefer gelehnt zu trinken und einen Specht zu beobachten. Bei warmem Sonnenschein im Gras zu liegen und in den Himmel zu starren. Auf Schotterstraßen durch den geruchsintensiven Wald zu rasen und ein Glücksgefühl nach dem nächsten zu erleben. Zu merken, das man irgendwo vorbei kommt, wo man schon mal war... Die Kinder zu erleben, die alle packtaschen auspacken und hinterher alles kunterbunt auf dem Rasen herumliegen zu sehen. Stundenlang in der Sauna mit einem Freund zu reden. 
Kann es noch besser werden?
Lou Reed hat das vertont.
78 km, 521 Höhenmeter 
20.09.2016
Pausentag! Bis Arboga und wieder zurück gefahren, um eine Flasche Whisky für meinen Geburtstag zu kaufen. Man achte auf den Preis!
Apropos Preis: Gewonnen hat Paul mit seinem Vorschlag "Mabonsel" und darf sich über eine schöne 🇸🇪 Schwedenflagge freuen! Wird bei nächster Gelegenheit nach Dülken geliefert!
20 km, 10 Höhenmeter 😜
21.+22.09.2016
Gestern Abend habe ich leider mein Handy nicht mehr hochheben können, also werden die Hausaufgaben erst heute erledigt.
Stina hatte gestern Geburtstag und nachdem wir gesungen und gefrühstückt hatten bin ich mit Alex zur Arbeit gefahren.
Ich habe mir ein Fährticket für Samstag ausgedruckt, so dass ich am Sonntag wieder zu Hause sein werde. Meine Reise kann nicht besser werden. Also höre ich dann auf, wenn es am schönsten ist!
Da eine Pumpe in einem kleinen Klärwerk gewartet werden musste, bekam ich eine Führung vom allerfeinsten und weiß jetzt, wie die Prozesse dort funktionieren. Alex hatte mir für den Tag eine Wanderung herausgesucht, die 16 km vom Werk aus wieder zurück nach Västerås gehen sollte, den schönen Bruksleden. Um 10 ging es auf den schönen moosigen weichen Pfad, und nach 500 m tauchte dann der Wegweiser Västerås24,5 km auf. Also Beine in die Hand und durch den sonnigen Wald und die goldenen Graslandschaften gelaufen. Nach k22 km endete der Weg an einer großen Straße und alex holte mich ab.  In Köping gingen wir noch 1 h am Mälaren mit dem Hund spazieren und dann ging es zum Thaibox-Training. Meine Füße waren zu diesem Zeitpunkt schon matsche, aber weil meine Kondition gerade auf einem Jahreshoch ist konnte ich tatsächlich das 90 Minuten Training anschließen. Die Jungens im Club waren total nett, und Alex als mein Trainingspartner hat auch nicht so hart gehauen wie er hätte können... Hinterher, als ich das Gefühl hatte, das sich kein Tropfen Flüssigkeit mehr innerhalb meines Körpers befindet gab es sogar extra für mich ein Gruppenfoto!
War ein tolles Gefühl, auch wenn ich danach den Eindruck hatte, dass mich eine schwedische Dampfwalze überrollt hat.
Heute feiere ich meinen Geburtstag, vielen Dank für die Glückwünsche, die es bis hier geschafft haben!!
23.09.2016
Nachdem wir bis 2 Uhr noch gemütlich in der Grill-Kota gesessen haben und tolles Wildschwein bei Glenmorangie Whisky genossen haben, ging es heute morgen ein bisschen später raus zum Angeln. Auto und Boot volltanken, den GPS gesteuerten Controlling Motor mit Strom aufgeladen: Zander waren heute unser Ziel! 
Nach 1 Stunde war dann ein größerer Hecht dran, ibah, wieder rein damit. Dann herrschte zunächst ein bisschen Flaute, aber der Elektromotor übernahm die Steuerung auf einer vorgegebenen GPS Route, so dass wir mit 4 Angeln gleichzeitig  schleppen könnten. Und prompt waren 2 relativ kampfunlustige Zander dran: Wäre ich schneller in Deutschland hätte ich sie mitgenommen, so wanderten sie wieder zurück in den See...Besonders cool war aber das Motorboot fahren ohne 3000er Regel 😂

So, nun ist es soweit. Ich sitze im Schiff von Göteborg nach Kiel und morgen werde ich meine Familie wieder sehen. Ich bin so glücklich und dankbar für diese spannenden 4 Wochen des Reisens, Nachdenkens, Verarbeitens und Begegnens. Ich habe viel gelernt, über Schweden und über mich, ziemlich viel gesehen und ich merke einfach, dass es nun Zeit ist, zurückzukehren. Die Zeit bei und mit Alex war echt klasse, intensiv und lustig. Doch nach 5 Tagen war er wirklich begierig darauf, mich loszuwerden, denn nachdem man mich unter Androhung von Polizeigewalt wieder aus dem fast leeren Zug in Arboga geworfen hatte mit der Begründung, aus Sicherheitsgründen müsse mein Fahrrad verpackt sein, fuhr er mich 4 Stunden nach Göteborg, um sicherzustellen, dass ich auch wirklich verschwinde!😉

DANKE ALEX!!

Ein Anruf beim Königshaus (ehrlich: Probiert mal 0046-8-402 60 00) , um meine Freundin Silvia zu sprechen, brachte leider nicht die erhoffte Entschuldigung, dass man arme Touristen, die mit dem Fahrrad durch Schweden fahren, so ja wohl nicht behandeln kann.

Am nächsten Morgen eine schöne Tour durch Kiel gemacht, mit meinem Fahrrad 12 Flohmarktstände umgerempelt und ein neues nicht müffelndes Hemd gekauft, dass meine Familie ja nicht wieder die Tür vor meiner Nase schließt...

VIELEN DANK FÜR DIE NETTEN UND ANREGENDEN KOMMENTARE IN UNSEREM GÄSTEBUCH! ICH HABE MICH TOTAL GEFREUT; VON JEDEM EINZELNEN VON EUCH ZU HÖREN!!